Welche Gesundheitsmythen sind wahr?

Härtet kaltes Duschen wirklich ab? Werden die Augen geschädigt, wenn im Dunkeln gelesen wird? Heilen Wunden an der frischen Luft besser?

Wohl jeder kennt diese Mythen, die sich seit vielen Jahren hartnäckig halten. Doch was ist eigentlich wahr und was ist völliger Unsinn? Im folgenden Beitrag werden diese Gesundheitsweisheiten einmal näher betrachtet.

Abhärtung durch kaltes Duschen

Es existieren tatsächlich Studien, die einen gewissen Abhärtungseffekt auf das Immunsystem belegen, wenn Wechselduschen oder Saunagänge vorgenommen werden. Dabei gehen Forscher davon aus, dass sich der Körper mittels der Wechselduschen an die verschiedenen Temperaturen anpasst bzw. lernt. Aufgrund dieses Lerneffektes ist er dann in der Lage, sich schneller unterschiedlichen Temperaturen anzupassen.

In der heutigen Zeit hat der Körper kaum noch die Chance, auf Temperaturunterschiede zu reagieren, da überall Heizungen oder Klimaanlagen vorhanden sind. Wer beispielsweise von der überheizten Straßenbahn im windigen und kalten Bahnhof steht, der wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Erkältung einfangen, weil der Körper einfach nicht schnell genug auf diese Temperaturschwankungen kontern kann.

Wundheilung an der Luft

Wundverbände gab es schon in der Antike – allein 108 unterschiedliche Arten kannte der römische Arzt Galen. Dabei waren diese Verbände in der Regel mit Rotwein getränkt, wobei es lange Zeit so war, dass die Wunden einfach ausgetrocknet wurden. Hierbei wurden die Wunden nicht nur der frischen Luft ausgesetzt, sondern es kamen auch Wundauflagen zum Einsatz, um viel von dem Wundsekret aufzusaugen. Allerdings bildete sich durch die Austrocknung Schorf und dieser riss bei jedem Verbandswechsel auf.

Grundsätzlich sollten Wunden nicht an der Luft trocknen bzw. belassen werden. Vielmehr sollten Wundauflagen genutzt werden, die keinen Saugeffekt haben, damit sie die Wunde schützen und länger feucht halten. Indes kann das Wundsekret fließen und damit Antikörper, Hormone, Enzyme sowie Wachstumsfaktoren in die verletzte Region bringen und neues Gewebe bilden. Dabei verläuft die Heilung umso besser, je weniger Wundsekret abgetupft wird. Dagegen verhindert ein dicker und trockner Schorf die Heilung.

Es muss an dieser Stelle aber auch gesagt werden, dass nicht alle Wunden ausheilen. Sollte die Wunde dauerhaft bluten und ist sie sehr tief, so sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Besonders Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, sollten in jedem Fall zu einem Arzt gehen, da ihre Durchblutung wesentlich schlechter ist und es deshalb zu Wundheilungsproblemen kommen kann.

Lesen im Dunkeln

Generell kann es den Augen nicht schaden, wenn ab und zu bei Dämmerlicht gelesen wird. Jedoch kann durch die Anstrengung für eine kurze Zeit die Sehkraft etwas abnehmen, wobei sich die Augen im Grunde schnell wieder erholen. Es verändert sich weder die Augapfellänge noch wird die Linse unelastisch.

Bei Kindern ist jedoch Vorsicht geboten, denn wenn sie zu oft ihre Augen im Dunkeln oder im Dämmerlicht anstrengen, könnten sie tatsächlich kurzsichtig werden, da sich der Augenmuskel, der sich noch im Wachstum befindet, bei zu großer Beanspruchung nicht mehr zurückziehen kann. Dies kann beispielsweise passieren, wenn ein Kind mehrere Stunden jeden Abend im Dämmerlicht oder unter der Bettdecke mit der Taschenlampe liest.

Titelbild © Eelke – Flickr.com (CC BY 2.0)

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