Was steckt wirklich hinter den Hitzemythen?

Wird der Durst durch warme oder kalte Getränke gelöscht? Kann eine kalte Dusche gegen das Dauerschwitzen bei heißen Temperaturen helfen? Kühlt eine Wohnung bei Durchzug ab? Es existieren zahlreiche Mythen und es wird viel spekuliert. Doch was steckt wirklich dahinter und womit kann die Sommerhitze wirklich gut ertragen werden?

Mythos Nummer 1: Kaltes Wasser löscht den Durst

Bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius möchten wir eigentlich nur eins, und zwar ein eiskaltes Getränk genießen. Leider ist das weniger sinnvoll, denn der Körper muss die eiskalten Getränke erst einmal aufheizen. Hierdurch wird automatisch der Stoffwechsel aktiviert, sodass wir noch mehr schwitzen.

Bei heißen Temperaturen ist es besonders wichtig, dass viel getrunken wird. Besonders geeignet sind Getränke, die ungefähr Körpertemperatur haben, sodass der Körper nicht noch zusätzlich belastet wird. Unser Körper ist tatsächlich darauf programmiert, dass sämtliche Getränke und auch Speisen an unsere Körpertemperatur (ca. 36,7 Grad Celsius) angepasst werden. Menschen, die in heißen Regionen leben, trinken beispielsweise sehr häufig warmen Tee in der Hitze. Auf heißen Tee sollte besser verzichtet werden, da es hierdurch zu Kreislaufproblemen kommen kann.

Tipp: Lauwarmer Minztee ist ein absoluter Geheimtipp von Ernährungsexperten, die Minze kühlt und das Menthol in der Minze an die Rezeptoren im Mund andockt, die sonst die Kälte melden. Da die Rezeptoren auf das Menthol reagieren, wird so für ein Erfrischungsgefühl gesorgt.

Mythos Nummer 2: An heißen Tagen drei bis vier Liter Wasser trinken

Eine Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) lautet, etwa 1,5 Liter Wasser über den Tag verteilt zu trinken. Bei sommerlichen Temperaturen bzw. Hitze werden drei Liter Wasser empfohlen. Neben Wasser darf auch zuckerfreier Kräuter- oder Früchtetee konsumiert werden.

Mehr als drei bis vier Liter Wasser sollten laut DGE nicht zugeführt werden. Bei einem Konsum von zehn Litern täglich, kann es richtig kritisch werden, da der Körper über den Tag verteilt nur eine bestimmte Menge Flüssigkeit ausscheiden kann. Das Blut wird extrem verdünnt und auch die Salzkonzentration sinkt, weshalb es im schlimmsten Fall zu epileptischen Anfällen, Desorientierung, Muskelschwäche, Herzversagen oder einem tödlichen Hirnödem kommen kann. Vor allem Herz-, Leber- und Nierenpatienten müssen besonders aufpassen.

Mythos Nummer 3: Durchzug hilft dabei, die Wohnung kühl zu halten

Die Innenräume erwärmen sich, wenn das Sonnenlicht ungebremst einstrahlt oder auch dann, wenn eine direkte Verbindung zwischen innen und außen existiert, wie zum Beispiel ein geöffnetes Fenster. Um die Wohnung bei heißen Temperaturen kühl zu halten, sollte morgens und abends ausgiebig gelüftet und dann die Jalousien oder Rollos heruntergelassen werden. Ebenso hilfreich sind weiße Vorhänge, da sie das Sonnenlicht reflektieren. Außenliegende Rollos sind allerdings am besten geeignet, um Sonnenstrahlen abzuhalten.

Mythos Nummer 4: Eiskalte Dusche hilft gegen das Dauerschwitzen

Tatsächlich kann eine eiskalte Dusche an heißen Tagen erfrischen. Jedoch kann sie aber auch dazu führen, dass noch mehr geschwitzt wird. Unser Körper bzw. unser Gehirn besitzt ein inneres Thermostat, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Die Temperaturinformationen werden von Sensoren auf der Haut im Körper an den Hypothalamus im Gehirn geschickt und von dort aus wird die Körpertemperatur reguliert.

Eine eiskalte Dusche kann den Kreislauf extrem belasten, weshalb hierauf besser verzichtet werden sollte. Außerdem kann sie den Körper verwirren, denn das Gehirn erhält das Signal „Kälte“, sodass sich die oberflächlichen Blutgefäße zusammenziehen und der Körper gibt wesentlich weniger Wärme nach außen ab. Infolge dessen steigt die Körpertemperatur und es wird automatisch geschwitzt. Um die Körpersensoren nicht zu verwirren, ist lauwarmes Wasser wesentlich besser geeignet.

Mythos Nummer 5: Keinen Sonnenbrand im Schatten

Für das Braunwerden und den Sonnenbrand sind UV-Strahlen verantwortlich. Wer glaubt, man könnte im Schatten keinen Sonnenbrand bekommen, liegt völlig falsch. Der Schatten bzw. Wolken oder Sonnenschirme halten nur einen Teil der UV-Strahlen ab, denn der größte Teil wird von Luftbestandteilen und Staubpartikeln gebrochen. Diese verlaufen dann parallel zur Erdoberfläche und können uns sogar im Schatten treffen. Experten gehen davon aus, dass man im Schatten etwa 30 bis 40 Prozent der UV-Strahlung abbekommt.

Titelbild © Ed Schipul – Flickr.com (CC BY 2.0)

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