Jeden kann die Zuckersucht treffen!

Für viele Menschen ist der tägliche Konsum von Zucker in Form von Süßigkeiten, Kuchen, Desserts, süßen Teilchen oder auch süßen Getränken völlig normal. Einige spüren aber auch, dass der hohe Zuckerkonsum auch krankmachen kann. Dabei ist Übergewicht und Karies nur der Anfang, denn Zucker schadet vor allem den Organen. Die gesundheitlichen Folgen eines krankhaften Zuckerkonsums können dementsprechend vielfältig ausfallen.

Zucker ist keine offizielle Droge, denn dann dürften viele Lebensmittel keinen Zucker mehr enthalten. Darüber hinaus dürfte er auch nicht mehr an Kinder verkauft werden. Ebenso müssten die Nahrungsmittel Warnhinweise tragen, wie zum Beispiel „Zucker macht schnell abhängig“, „Zucker kann die Darmflora zerstören“ oder „Zucker kann depressiv machen“. Natürlich würde die Lebensmittelindustrie dies nicht mit sich machen lassen.

Das größte Problem ist, dass sich viele Menschen ihrer Zuckersucht nicht bewusst sind. Umherauszufinden, ob eine Zuckersucht vorliegt, kann folgendes Experiment durchgeführt werden.

Das Experiment: Bin ich zuckersüchtig?

Wer herausfinden möchte, ob er zuckersüchtig ist, sollte zunächst einmal jeden Zucker aus dem Leben streichen, und zwar insgesamt drei Wochen lang. Keine Süßigkeiten, keine Bonbons, keine Schokolade, keine Marmelade, keine süßen Getränke – einfach nichts, was auch nur ansatzweise Zucker enthält. Hier ist auch auf den versteckten Zucker zu achten, der sich zum Beispiel in Ketchup, Frühstücksflakes, Müslis, Fruchtjoghurts oder gesüßten Milchprodukten befindet.

Wer an einer Zuckersucht leidet, wird spätestens am dritten Tag das Experiment abbrechen. Stimmungsschwankungen, Gereiztheit oder Antriebslosigkeit sind nur einige Entzugssymptome der Zuckersucht.

Wie zeigt sich eine Zuckersucht?

Eine Zuckersucht kann sich beispielsweise darin zeigen, dass zuckerhaltige Produkte im täglichen Leben einen wichtigen Stellenwert einnehmen. So fühlen sich Zuckersüchtige zwar ohne Zucker körperlich wohl, jedoch psychisch überhaupt nicht. Ebenso kann sich eine Zuckersucht darin äußern, dass bei dem Versuch, weniger Zucker zu sich zu nehmen, einfach verstärkt Zigaretten geraucht, Alkohol oder Koffein getrunken wird.

Häufig liegen die Ursachen einer Zuckersucht in einer Kombination aus fünf Aspekten, und zwar einer echten Zuckersucht, Schwankungen des Blutzuckerspiegels mit starken Unterzuckerphasen, seelischen Gründen oder Darmpilzen.

Warum macht Zucker glücklich?

Für das Entstehen einer Sucht sind immer zwei Komponenten wichtig, nämlich zum einen den Stoff, der süchtig macht und zum anderen ein suchtanfälliges Gehirn. So ist bei einer Sucht das Gleichgewicht der Botenstoffe Serotonin und Dopamin gestört. Ein süchtiges Verhalten kann dann entstehen, wenn der Dopaminspiegel zu hoch und der Serotoninspiegel zu niedrig ist oder auch wenn beide Botenstoffe zu niedrig sind.

Dopamin wird dann im Gehirn ausgeschüttet, wenn beispielsweise ein freudiges Ereignis bevorsteht. Wenn das freudige Ereignis eintrifft, wird Serotonin ausgeschüttet. So vermittelt Serotonin das Gefühl von Entspannung und Befriedigung.

Zucker oder auch jede andere Droge erhöht den Serotonin- und Dopaminspiegel, und zwar ohne, dass irgendein freudiges Ereignis eintrifft. Vielmehr wird dem Menschen vorgetäuscht, dass gerade etwas Großartiges passiert ist. Es handelt sich also um eine Selbsttäuschung. Da Zucker ähnlich wirkt wie Nikotin oder Alkohol und den Serotonin- und Dopaminspiegel erhöht, ist Zucker also auch ein Stoff, der süchtig machen kann.

Wege aus der Sucht

Wer der Zuckersucht entkommen möchte, sollte zunächst einmal Ungesundes mit Gesundem austauschen. Zudem können durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung etwaige Blutzuckerschwankungen vermieden werden und es treten auch somit keine Heißhungerattacken auf. Darüber hinaus sollte auf glutamathaltige und stark gewürzte Speisen verzichtet werden, da diese den Appetit nach Zucker nur verstärken. Zuckerhaltige Getränke sollten ebenfalls vermieden werden.

Es kommt häufig vor, dass Zuckersüchtige unter einem Proteinmangel leiden. Aus diesem Grund sollten vermehrt proteinreiche Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Nüsse, Sprossen, Ölsaaten, Fisch oder Quinoa konsumiert werden.

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