Keine Zusatzbeiträge 2012

Gesetzlich Versicherte profitieren vom steigenden Wettbewerb

Eine gute Nachricht für 2012: Der 2010 unter hohem Protest der Mitglieder eingeführte monatliche Zusatzbeitrag an die gesetzlichen Krankenkassen wird in Kürze wieder abgeschafft. Die Krankenkassen haben in den letzten Jahren positive Zahlen erarbeitet und hohe Zuweisungen über den Gesundheitsfonds erhalten, so das Bundesversicherungsamt. Dies lässt laut den Verantwortlichen der gesetzlichen Krankenkassen eine positive Zielplanung für die Zukunft zu. Deshalb soll die unliebsame und von Anfang an verwalterisch aufwendige Zuzahlung eines jeden Mitglieds bzw. jedes Familienhaushalts aufgehoben werden. Hohe Verluste haben die Krankenkassen in den letzten beiden Jahren hinnehmen müssen, weil zahllose Mitglieder aufgrund der Erhebung der monatlichen Zuzahlung ihre Mitgliedschaft kündigten.

Umso eifriger gingen bereits Ende letzten Jahres die ersten Mitteilungsbriefe über das angekündigte Ende der monatlichen Zuzahlungsgebühr an die Mitglieder heraus. Dem Beispiel dessen werden – so darf erwartet werden – wegen des starken Konkurrenzkampfes alle gesetzlichen Krankenkassen folgen. Jede Krankenkasse ist auf die Beiträge ihrer Mitglieder angewiesen. Keine der Kassen möchte deshalb Mitglieder verlieren oder gar vergraulen. Wer zuerst glaubte, bei der guten Nachricht der Krankenkassen handle es sich nur um eine Umschichtung der Kosten auf eine andere Form der Zuzahlung, kann beruhigt sein. Die nun erreichte gute Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen füllt den Gesundheitsfonds auf absehbare Zeit ausreichend. Der gesetzlich festgelegte Einheitsbeitrag in Form des regulären monatlichen Krankenkassenbeitrages, so angekündigt, würde das Budget der Krankenkassen nun erfüllen. Die Prognosen sind positiv.

Der harte Wettbewerb zwischen den Krankenkassen untereinander erfordert ein einheitliches System. Zusätzliche finanzielle Beiträge halten Patienten zurück, wenn es um die Wahl der Krankenkasse geht. Für dieses Jahr steht für alle Kassen das Neuwerben um Mitglieder im Vordergrund. Die hohen Rücklagen vieler Krankenkassen ermöglichen den Versicherern das Angebot neuer Zusatzleistungen, Boni sowie vor allem Kostenübernahmen für Leistungen, die bislang von den gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr übernommen worden waren. Krankenkassen werden nicht mehr über Beitragssätze neue Mitglieder werben – oder umgekehrt, wie im Beispiel der vergangenen monatlichen Zuzahlungen, verlieren. Sie werden viel mehr zur Werbung neuer Mitglieder auf ein breit gefächertes neues Angebot von Leistungen setzen. Leistungen, die bisher der Patient zahlen musste, wollen die gesetzlichen Krankenkassen nun wieder vermehrt übernehmen. Dies soll für ‘nicht unbedingt notwendige Zusatzleistungen’ gelten sowie für Kosten, die in den letzten Abrechnungsjahren über einen festgelegten Standardsatz hinaus gingen und deshalb von den Patienten selbst getragen werden mussten.

Der Leiter des Bundesversicherungsamts kündigte aufgrund dieser jüngsten Entwicklung bereits scharfe Kontrollen der neuen angekündigten Satzungsleistungen an. Dennoch ist hervorzuheben, dass die neuen Entwicklungen patientenfreundlich sind und deutliche Vorteile für die Patienten beinhalten werden. Es ist erfreulich, dass sich die gute wirtschaftliche Konjunktur auch auf das Krankenversicherungswesen derart positiv auswirkt, sodass nun die Mitglieder aller gesetzlichen Krankenkassen hiervon Nutzen tragen werden, so die verantwortliche Leiterin des Krankenkassenverbandes. Zu diesem positiven Ergebnis hätten die aufgrund der hohen Arbeitsplatzquote wachsend eingehenden Sozialversicherungsbeiträge beigetragen. Während zuvor die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen geringer waren als die Ausgaben, hat sich dieses Bild nun vielversprechend ins Gegenteil gewendet. Auch für die Zukunft kann mit über die Ausgaben hinaus gehenden Einnahmen gerechnet werden. Der aus dem Gesundheitsministerium gekommene Versuch, den Kassen über die von den Mitgliedern zu leistenden Zusatzbeiträge mehr Handlungsspielraum zu ermöglichen, hat sich nicht bewährt. Deshalb die Kehrtwende.

Wichtig ist, dass eine gute kassenärztliche Versorgung gewährleistet ist für jeden Fall und jede Form einer Krankheit, die den Patienten treffen kann. Die Grundversorgung muss gewährleistet sein. Kein Wettbewerb darf die gute Grundversorgung – und zwar in allen medizinischen Bereichen – gefährden. Die Gewährleistung einer guten Gesundheitsversorgung muss auch beim zukünftigen Prinzip eines neuen Angebots von Zusatzleistungen an oberster Stelle stehen. Hierin sind sich alle Verantwortlichen einig.

Titelbild © BK – Fotolia.com

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