Einschlafstörungen: Schlaflose Nächte müssen nicht sein

So vielseitig und individuell das Phänomen der Schlafstörung an sich, so unterschiedlich auch dessen Gründe und Auslöser. Während manche Menschen immer wieder Probleme haben, überhaupt in den Schlaf zu finden, werden andere Schlafstörungsgeplagte des Nachts aus dem Schlaf gerissen und sind unfähig wieder einzuschlafen. Häufig gar nicht als Schlafstörung erkannt wird von Betroffenen die Form, bei der zwar geschlafen und auch durchgeschlafen wird, aber keine wirkliche Erholung einsetzt. Massiv gestört ist die Erholung hingegen auch bei ersteren beiden Formen, da länger andauernde Perioden mit Schlafstörungen unweigerlich in einem erheblichen Schlafmangel resultieren.

Nicht immer sind die Ursachen für den Betroffenen so eindeutig, wie der direkte Zusammenhang zwischen Stress im Alltags- oder Berufsleben, Kummer im privaten Bereich oder auch Druck in Familie und Job. Verstecktere Gründe sind beispielsweise der Konsum bestimmter Nahrungsmittel oder auch bestimmte Verhaltensweisen, die den Schlaf beeinträchtigen, aber von den Betroffenen nicht als solche wahrgenommen werden und weit schwerer zu identifizieren sind, als Sorgen und Nöte, die den Schlafstörungspatienten nächtelang kein Auge zu tun lassen.

Ursachenforschung und gezielte Bekämpfung sind in jedem Fall das Mittel der Wahl – ein Schlafmittel hingegen sollte stets ein Notfallmittel bleiben und im Idealfall überhaupt nicht zur Anwendung kommen müssen, bedenkt man doch die vielzähligen Aus- und Nebenwirkungen wie beispielsweise einer sich einschleichenden Medikamentenabhängigkeit.

Hilfe bei Einschlafstörungen

Wenig bekannt, aber häufig ein Grund für Einschlafstörungen oder nächtliches Erwachen ist ein allzu reichliches oder auch stark fetthaltiges Abendessen zu einem späten Zeitpunkt kurz vor dem Zubettgehen: Die Verdauung läuft auf Hochtouren und der Körper bleibt wach. Im Idealfall sollten daher ca. zwei bis drei Stunden zwischen Abendessen und Zubettgehen liegen.

Auch harntreibende Mittel wie Ingwer, Petersilie (in größeren Mengen), Brennesseltee, Wassermelonen oder Früchte können, wenn spät abends genossen, zu nächtlichem Aufstehen zur Toilette führen und damit insbesondere für Menschen, die unter nächtlichem Erwachen leiden, zum Problem werden.

Ein Gläschen Rotwein ist zwar ein angenehmer Ausklang für einen ereignisreichen Tag, sollte von Menschen mit Schlafstörungen aufgrund der anregenden Wirkung jedoch gemieden werden. Zwar führt Rotwein zunächst zu schnellerem Einschlafen, reaktiviert den Organismus aber nachts durch ein Absenken des Blutzuckerspiegels und lässt die Betroffenen entweder aufwachen oder verhindert das Erreichen des für eine umfassende Erholung des Körpers so wichtigen Tiefschlafs.

Trotz noch fehlender wissenschaftlicher Grundlage für diese Annahme wird von Betroffenen immer wieder auch über Gluten als Schlafräuber berichtet. Bei ungeklärter Ursache für die vorliegenden Schlafprobleme könnte daher auch ein zeitweiser Glutenverzicht (ca. 6 Wochen) eine Klärung herbeiführen.

Zahlreiche weitere ernährungsbedingte Faktoren können ebenfalls zu Einschlaf- bzw. Durchschlafstörungen führen: Fleischerzeugnisse und Milchprodukte etwa bewirken einen Anstieg bestimmter Aminosäuren im Körper, die wiederum die L-Tryptophan-Aufnahme im Gehirn vermindern und damit die Bildung von Serotonin verringern – die Betroffenen kommen nicht zur Ruhe und schlafen daher nicht oder schlecht. Neben einem Verzicht auf Fleisch oder Milch spätabends kann die Tryptophan-Aufnahme durch Verzehr von Lebensmitteln wie Hafer oder Cashewkernen gezielt gefördert werden, da diese viel Tryptophan, aber keine Aminosäuren die dessen Aufnahme blockieren enthalten. Auch dem Kakao wird ein ähnlicher Effekt zugeschrieben, wobei aufgrund der gegenteiligen Wirkung von Milchprodukten hierfür eine Zubereitung mit Wasser oder beispielsweise Mandel- oder Cashewmilch erforderlich ist.

Von positiven Wirkungen gegen Schlafstörungen wird auch bei Inka-Gold (Einnahme beachten), Magnesium (muss nur bei Bedarf zusätzlich zugeführt werden) und einem erhöhten Melatoninspiegel berichtet. Letzterer wirkt auf das Wechselspiel zwischen Schlaf- und Wachzustand ein und beruhigt. Himbeeren und Sauerkirschen, beispielsweise in Saftform, helfen den Melatoninspiegel anzuheben und den Schlaf zu fördern.

Ursachenforschung und gezielte Maßnahmen können Betroffene einen entscheidenden Schritt weiterbringen und verhelfen bei konsequenter Umsetzung sanft und natürlich zu einem gesunden, erholsamen Schlaf.

Titelbild © GeorgeRudy – Panthermedia.net

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