EHEC: RKI soll Seuchenpolizei Deutschlands werden

In Deutschland gibt es jetzt 23 Patienten, die an einer EHEC- Infektion gestorben sind. In Niedersachsen erlagen heute zwei Frauen dem aggressiven Keim. Auch in den USA gibt es die ersten vier Verdachtsfälle. Die EU sicherte den Gemüsebauern mittlerweile finanzielle Unterstützung zu.

Bauern in Europa haben durch die EHEC- Epidemie mit starken Einbußen zu kämpfen. Sie werden wohl nun finanzielle Unterstützung von der Europäischen Union erhalten. Wie der zuständige Agrarkommissar Dacian Ciolos am heutigen Dienstag in Luxemburg betonte, werde mit einer Hilfe in Höhe von 150 Millionen Euro gerechnet. Einige Experten rechnen allerdings damit, dass finanzielle Hilfe auch deutlich höher ausfallen könnte.

Besonders das Land Spanien fordert von der Europäischen Union finanzielle Hilfe für ihre Gemüsebauern, vermuteten doch viele Experten zur Beginn der Epidemie in spanischen Tomaten und Gurken den gefährlichen Erreger. Auch sollten Lehren aus der aktuellen EHEC- Krise gezogen werden. So sollen die Kommunikations- und Informationswege auf EU- Eben deutlich verbessert werden. Auch soll es für gefährliche Keime eine Art mobile Einsatztruppe geben, erklärte der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach.

RKI als Seuchenpolizei Deutschlands einsetzen

Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, ging sogar noch einen Schritt weiter und forderte den Umbau des Berliner Robert- Koch- Instituts zur zentralen Seuchenpolizei Deutschlands. Dazu sollen die Experten des Robert- Koch- Instituts entsprechende Befugnisse erhalten, so der Gesundheitsexperte der SPD. In Zukunft sollten Seuchenbekämpfungen nicht länger Ländersache sein, sondern auf Bundesebene koordiniert werden, forderte Wendt in einem Interview.

Auch die Suche nach dem Keim verläuft weiterhin ohne brauchbares Ergebnis. So befanden sich keine EHEC- Keime auf den Sprossen des niedersächsischen Betriebs. Allerdings stehen die Sprossen weiterhin unter Verdacht der Auslöser der Epidemie zu sein. In der Zwischenzeit hat das Bundesland Niedersachsen zwei weitere Todesopfer zu beklagen. Zwei Frauen erlagen dem EHEC-Erreger und somit steigt die Zahl der Toten auf 23.

Erste Erkrankte in den USA

Auch in den USA gibt es den ersten Fall von EHEC. Der erkrankte US- Bürger sei allerdings kürzlich in Deutschland gewesen, bestätigte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde CDC. Drei weitere Verdachtsfälle befänden sich im Moment noch in der Prüfung, so der Sprecher weiter. Alle vier US- Bürger waren in der jüngsten Vergangenheit in der Hansestadt Hamburg gewesen.

Auch Griechenland meldete die erste EHEC- Infektion. Dabei soll es sich um eine deutsche Touristin handeln, die sich in Deutschland angesteckt haben soll. Die 53 Jahre alte Frau ist Inzwischen allerdings wieder gesund und zurück in Deutschland.

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